In Begleitung von Justizstaatssekretärin Dr. Daniela Brückner besuchten am 24. Februar 2026 mehrere Studiengruppen des Fachbereichs Rechtspflege der Hochschule der Justiz (HSJustiz) NRW die sogenannte NS-Ordensburg im Nationalpark Eifel. Die hier errichteten, mittlerweile unter Denkmalschutz stehenden Bauwerke dienten den Nationalsozialisten als Ausbildungsort einer zukünftigen „Herrschaftselite“. Zahlreiche der an diesem Ort geschulten sog. „Ordensjunker“ wurden im Zweiten Weltkrieg europaweit zu Tätern und Mittätern nationalsozialistischer Gräueltaten. Heute befindet sich an diesem Ort - unweit von Bad Münstereifel - mit „Vogelsang IP“ ein Erinnerungsort, der für Toleranz, Vielfalt und ein friedliches Miteinander stehen soll.

Die Studierenden der HSJustiz erkundeten – in Begleitung mehrerer Referenten - den historischen Gebäudekomplex, der einst für die Verherrlichung menschenverachtender Ideologien genutzt wurde. In Kleingruppen erarbeiteten sie beispielsweise die damaligen Praktiken zum Aufbau einer „Burg“-Gemeinschaft nach nationalsozialistischer Ideologie, das individuelle Erleben der "Ordensburgmänner" und reflektierten deren menschenverachtenden Taten. Der Rundgang und die begleitenden Workshops bildeten damit für die auch von Lehrenden und der Hochschulleitung begleiteten Studierenden eine überaus wertvolle Ergänzung zur Fachtheorie im Fach "Öffentliches Recht".

Staatssekretärin Dr. Brückner hob die Bedeutung des Lehrformats hervor: „Besonders beeindruckt hat mich, mit welch großem Engagement die Studierenden in den Workshops gearbeitet und sich kritisch mit der Geschichte dieses Ortes auseinandergesetzt haben. Solche Veranstaltungen sind ein wichtiger Bestandteil des Studiums, weil sie das Bewusstsein für Verantwortung, Toleranz und Vielfalt schärfen und die zentrale Bedeutung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zeigen.“ Die Besuche der Erinnerungsstätte, die durch den Förderverein der Hochschule finanziell unterstützt werden, sollen auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Denn mit kritischem Hinterfragen der Geschichte beginnt das Nachdenken über die Gegenwart, die eigene Position und Verantwortung.

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